CPRE Lehrplan 3.0: Auf Herz und Nieren geprüft

Ein neuer Lehrplan vom IREB® für angehende Anforderungsanalytiker! Natürlich war ich als langjährige Trainerin in der Ausbildung von »IREB® Certified Professionals for Requirements Engineering (CPRE) Foundation Level« sehr gespannt, wie er sein wird. Was ist anders? Was ist neu? Ist vielleicht sogar die ein oder andere von Theorie überfrachtete Stelle rausgeflogen? Mehr dazu erfahren Sie in meinem Beitrag. 

Auf jeden Fall geht es schon mal gut los. Das Vorwort des neuen CPRE-Lehrplans beschreibt, dass im Vorfeld der Überarbeitung eine Studie durchgeführt wurde, um die Praxistauglichkeit der gelehrten Methoden zu bewerten. Das ist genau mein Thema. Ich bin gespannt, und lese weiter. 

Requirements sind kein Selbstzweck

Und tatsächlich: sozusagen als „Management Summary“ vorweg nennt der Lehrplan 9 Prinzipien des Requirements Engineering (RE). Gleich das erste lautet wörtlich: »Anforderungen sind ein Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck«. Es gibt keine absolut richtige Umsetzung von Requirements Engineering, sondern das jeweilige Projektumfeld bestimmt die Ausprägung. Und: der Aufwand, den man in RE investiert, muss mit dem Nutzen korrelieren. Prima – das ist die wahre Projektwelt, ich freue mich. 

Im weiteren Verlauf beschreibt der Lehrplan gut strukturiert alle nötigen theoretischen Grundlagen des Requirements Engineering. Er geht sowohl auf die wasserfall-orientierte Vorgehensweise ein als auch auf das iterativ-inkrementelle Vorgehen. Dabei versucht er sich gekonnt in der schwierigen Balance zwischen stark reglementierten Projekten einerseits und dem schnellen Stück Software andererseits. Es mag sein, dass der RE-Neuling in der Weite der möglichen spezifischen Ausprägungen von RE ab und an den Überblick verliert. Doch wer schon erste RE-Erfahrung im Projekt mitbringt, findet sich im Lehrplan mit Sicherheit wieder. 

Flexible, projektspezifische Prozesse

Auch das Kapitel über Prozesse trägt der Vielfalt der heutigen Projektwelt Rechnung. Es gibt keinen »one-size-fits-all« RE-Prozess vor. Stattdessen gibt es eine lange Liste von Projekt- und Umfeldfaktoren. Diese sollen dem Requirements Engineer als Hilfestellung dienen, die richtigen Methoden auszuwählen und den passenden RE-Prozess für das Projekt zurecht zu schneidern. Zunächst werden die grundsätzlichen Strukturen eines RE-Prozesses erläutert, und anschließend Kriterien vermittelt, nach denen ein Prozess oder eine Kombination von Prozessen ausgewählt werden kann. Aus meiner Sicht bekommt der Lesende damit ein gutes Hilfsmittel an die Hand, um auch ohne viel Erfahrung den richtigen RE-Prozess aufzustellen. 

Fazit: Mehr Praxisnähe, weniger abstrakte Inhalte 

Die größere Praxisnähe des neuen Lehrplans, der Bezug zu modernen Methoden und weniger abstrakt-theoretische Konstrukte machen es dem Leser leichter als früher, sich die Inhalte des Lehrplans zu erschließen und umzusetzen. Wer darüber hinaus noch mehr wissen möchte, für den stellt der IREB begleitend zum Lehrplan ein ausführliches Handbuch bereit (»Handbuch für das CPRE Foundation Level nach dem IREB-Standard«). Dieses kann ebenfalls kostenfrei heruntergeladen werden. Hier finden sich genauere Erläuterungen zu den einzelnen Kapiteln, Beispiele für die Umsetzung im Projekt, weiterführende Literaturquellen und Hinweise auf Best Practices für den Alltag. 

Wir von der ISARTAL akademie hatten insgesamt sehr viel Spaß daran, den neuen Lehrplan in ein Training für Sie umzusetzen. Lassen Sie sich überraschen, was wir daraus gemacht haben. Wir freuen uns auf Sie. 

Neugierig auf die "neue" Ausbildung?

Hier geht es zu unserer Ausbildung zum IREB® Certified Professional for Requirements Engineering (CPRE) Foundation Level.

Dr. Gabriele Haller

Dr.,

Dr. Gabriele Haller ist im Auftrag der ISARTAL akademie für Seminare zum IREB® Certified Requirements Engineer und ISTQB® Certified Tester als freiberufliche Trainerin tätig. Darüber hinaus leitet sie den Arbeitskreis Requirements der GI-Regionalgruppe München.

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